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Halsbandsittiche im Freiland

„Warum ist es am Rhein so schön?“ Dieser Frage hat sich schon so manches Volkslied angenommen. Inzwischen wissen auch Papageien die Rheinlandschaft zu schätzen: Freilebende Halsbandsittiche zum Beispiel fühlen sich an den Ufern von Vater Rhein wohl und heimisch...

Der Halsbandsittich (Psittacula krameri), auch „Kleiner Alexandersittich“ genannt, hat sich stabil in den Städten am Rhein eingebürgert und gilt als etabliert. Das meldet die Naturhistorische Gesellschaft Nürnberg (NHG, www.nhg-nuernberg.de). Am Rhein ist es auch im Winter relativ warm. Die Hauptnahrung der leuchtend grünen Ziervögel mit rotem Schnabel, nämlich Samen, Pflanzen, Blüten etc., ist ausreichend vorhanden. Im Winter fliegen sie Futterstellen an. Gute Voraussetzungen für die Ausbreitung der Exoten: Der Halsbandsittich ist mit schätzungsweise knapp 4000 Tieren (Stand: 2003) der häufigste freilebende Papagei in Deutschland.

Wiesbaden und Köln führen Hitliste

Zum Beispiel wurde im Jahr 1974 eine stabile Wildpopulation in Wiesbaden nachgewiesen, Nachkommen von Vögeln, die aus Käfigen und Volieren entwischt waren und dank ihrer großen Anpassungsfähigkeit überleben konnten. Bis 1985 erweiterte sich das Vorkommen auf 20 Brutpaare, und 2001 gab es in der hessischen Landeshauptstadt rund 550 Exemplare, so die NHG. Inzwischen leben in der Stadt etwa 1200 Tiere.

Noch beliebter ist Köln: Hier siedelten bereits 2001 mehr als 850 Halsbandsittiche, die einen Wirkungskreis von 30 Kilometern ihr Eigen nennen und in kleinen Gruppen am Rande der Innenstadt nächtigen. Bevorzugte Schlafplätze sind Höhlen in Platanen an frei zugänglichen und Orten wie Parkplätzen, Uferpromenaden und Parks, wo sie sich von Menschen kaum stören lassen. Auch in Bonn, Leverkusen, Düsseldorf, Neuss etc. ist der Papagei keine Seltenheit mehr. Entdeckt hat er inzwischen auch die Schönheit des Rhein-Neckar-Dreiecks (z. B. Heidelberg, 2003: 540 Exemplare) sowie Stuttgarts, wo er u. a. in wärmegedämmten Hausfassaden nistet.

Ausgeprägtes Paarverhalten

Jetzt im Herbst können die Ziervögel, die mit Schwanz eine Größe von etwa 42 cm erreichen und ursprünglich aus Afrika und Südasien stammen, gut beobachtet werden: Vor dem rot-gelben Herbstlaub zeichnet sich ihr grünes Gefieder besonders gut ab. Außerdem beginnen die Sittiche jetzt im Herbst wieder, Parks aufzusuchen, um spezielle Bruthöhlen zu besetzen. Dazu unterzieht vor allem das Weibchen das „Wohnungsangebot“ einer genauen Prüfung, bevor es mit seinem Partner eine geeignete Höhle immer länger besetzt und schließlich einzieht. Kämpfe mit anderen Pärchen, die ebenfalls brüten wollen, können ziemlich heftig ausfallen und die ein oder andere Schwanzfeder kosten.

Schön zu beobachten ist auch das Verhalten eines Pärchens, das mit fortschreitender Paarungszeit an Intensität zunimmt. Es äußert sich z. B. im Körperkontakt beim Sitzen und im gegenseitigen Kraulen. Das Männchen, das ein schwarzes Band um den Hals trägt, das im Nacken in einen rosafarbenen Ton übergeht, reicht seiner Partnerin ausgesuchte Leckerbissen. Bald folgt die Paarung. Die Brut dauert 28 Tage, nach etwa sieben Wochen sind die Jungvögel flügge.


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